FGE-Kolloquium „Digitale Transformation der Energiewirtschaft“ am 03.12.2020 fand großen Anklang

03.12.2020
 

Am 03.12.2020 fand das erste von drei Kolloquien der FGE im Wintersemester 2020/21 statt. Herr Dr. July von der devolo AG referierte über die digitale Transformation in der Energiewirtschaft, die er - Bundespräsident Walter Steinmeier zitierend – als das größte nationale IT-Projekt aller Zeiten bezeichnete. Vor rund 140 Teilnehmern erläuterte Dr. July die Herausforderungen, die die zunehmende Komplexität des Energiesystems mit sich bringt. So könnten u.a. auch die Verteilnetze nicht wie bisher „im Blindflug“ betrieben werden. Stattdessen würden zukünftig bedarfsgerechte Eingriffe in Last, in Form von bspw. Elektromobilität, und Erzeugung die Sicherheit der Netze garantieren.

Zudem stellte Dr. July Konzepte für den lokalen Ausgleich von Leistungsflüssen vor, die allesamt auf einem kommunizierenden Gesamtsystem basieren. Er erläuterte, das den politischen Visionen der 2010er Jahre folgend, dafür die Smart-Meter-Infrastruktur spezifiziert wurde. Neben den technischen Ausgestaltungen, die für die notwendige Sicherheit und Zuverlässigkeit sorgen, seien dabei am Markt außerdem Mehrwertfunktionalitäten außerhalb des regulierten Bereichs, wie zum Beispiel nicht zwingend netzdienliche Energiemanagement-Funktionalitäten vertreten. Während sich die Hauptaufgaben der Smart-Meter-Infrastruktur auf den regulierten Bereich des Messens und Steuerns in kritischen Netzsituationen beschränken, würden diese Mehrwertfunktionalitäten zusätzliche, individuelle Einsparpotentiale für Endkunden ermöglichen.

Die erforderliche Konnektivität der einzelnen Geräte sei prinzipiell durch verschiedene Technologien möglich. Während Funktechnologien eine einfache Inbetriebnahme und potentiell hohe Datenraten versprechen würden, seien Unsicherheiten hinsichtlich der Frequenzverfügbarkeiten und schwer erreichbarer Gebiete nicht von der Hand zu weisen. Gleichzeitig bietet die powerline Technologie, so Dr. July, insbesondere in Breitbandausführungen den Netzbetreibern ein Kommunikationsmedium vollständig in eigener Hand.

Dem Vortrag schloss sich ein intensives Gespräch zwischen Teilnehmern und Vortragendem im digitalen Raum an. Neben Anwendungsfällen in der Sektorenkopplung wurden insbesondere mögliche Wege diskutiert, wie die Smart-Meter Infrastruktur - unabhängig von der gesetzlichen Installationsvorgabe - einen ausgeprägten technischen Mehrwert gegenüber der heute verbreiteten Technik in Form von Rundsteuerung oder fernwirktechnischer Anbindung liefern kann.